Valencia Diary 

Heute geht’s in die Altstadt

Hier im Valencia Diary auf dem Blog habe ich schon oft und über ganz Unterschiedliches aus Valencia berichtet. Über Viertel, Strände, meinen Alltag (wenn ich da bin), über das Leben dort.

Was mir dabei selbst erst aufgefallen ist: Ich habe euch noch nie mit in die Innenstadt beziehungsweise Altstadt genommen. Das mache ich heute.

Die Fotos dazu entstanden bei meinen Aufenthalten im letzten Jahr (insgesamt 7 Wochen) im April, September, Oktober und November.

Wie ich schon öfter erzählt habe, lebe ich in Valencia immer im Fischer-Viertel El Cabanyal, direkt am Meer. Von dort aus bin ich auch jedes Mal in die Altstadt gestartet.

Bei meinem ersten Besuch letztes Jahr im April bin ich tatsächlich fast 90 Minuten in die Altstadt gelaufen. Und auch wieder zurück. Zu Fuß, zwei Mal quer durch die Stadt.
Im September ging dann nichts mehr ohne mein Bici (Fahrrad) – darüber habe ich ja schon geschrieben – und plötzlich waren es nur noch 20 bis 30 Minuten.
Und im Oktober und November habe ich dann manchmal den Bus genommen. Je nach Linie braucht der von El Cabanyal 30 bis 50 Minuten. Das machte ich vor allem abends, wenn es mir schlicht zu kalt war, ich schick angezogen war oder noch ein paar Sachen zu schleppen hatte.

Egal, wie man unterwegs ist:
Wenn man aus El Cabanyal Richtung Innenstadt fährt oder läuft, muss man irgendwann den Turia-Park über eine der Brücken überqueren, wo ich mit Brandon Jackson die tollen Kleider für Atelier Anna fotografiert habe.

Und genau hier bei den Brücken über dem Turia Park verändert sich etwas.
Der Verkehr wird mehr, die Gebäude größer, alles wirkt auf einmal deutlich großstädtischer.

Als Erstes kommt man in die (Stadt)Erweiterung, das L’Eixample. Breitere Straßen, mehr Verkehr, ein anderes Tempo und herrschaftliche Gebäude. Man findet viel Jugendstil, Cafés, Restaurants, alles ein bisschen eleganter, ein bisschen feiner, ein bisschen modischer.

Hier liegen schicke Einkaufsgebiete rund um die Calle Colón und Calle Jorge Juan, der Bahnhof Estación del Norte, die Plaza de Toros und auch der Mercado de Colón. Der Mercado de Colón ist kein herkömmlicher Markt, sondern hier wird viel Kunsthandwerk verkauft, außerdem befinden sich Bars und Cafés darin.

Am Rand von L‘Eixample liegt außerdem Ruzafa. Das Viertel grenzt an die Altstadt, ist aber komplett anders. Lebendig, kreativ, viele Cafés, Galerien, Second Hand. Über Ruzafa habe ich hier auf dem Blog schon ausführlich geschrieben.

Vom Mercado de Colón geht es weiter in die Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, in die Ciutat Vella. Und die ist groß. Wirklich groß. Sie besteht aus mehreren Vierteln, unter anderem La Seu, El Pilar, San Francesc – und El Carmen.

El Carmen liegt mitten in der Altstadt, ein bisschen wild, ein bisschen rough, sehr charmant, mit Streetart, Bars, kleinen Plätzen und sehr viel Leben. Darüber schreibe ich ein anderes Mal, das sprengt hier und heute den Rahmen.

Und erst dann sind wir mittendrin und erst jetzt kommen die Orte, die viele mit Valencia verbinden: die Kathedrale, der Plaza de la Virgen, die Seidenbörse, der Zentralmarkt, die Torres de Serranos, der Plaza Redonda oder der Palast des Marquis von Dos Aguas.
Man merkt schnell: Die Altstadt ist kein Ort, den man „mal eben“ abhakt. Dafür ist sie zu groß, zu sehenswert und zu vielseitig. Ich war bei jedem meiner Besuche in der Altstadt und habe noch lange nicht alles gesehen.

Und nun nehme ich euch mit auf einen Spaziergang zu den wichtigsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt:

Wir starten am Mercado Central, der großen Markthalle. Das ist ein Fest für die Sinne, mit bunten Ständen voller Obst, Gemüse, Käse, Schinken und frischem Fisch – und meistens auch mit Einheimischen, die hier ihren Einkauf erledigen, bevor der Tag richtig losgeht. Beachten: hat nur bis 15 Uhr geöffnet.

Direkt daneben befindet sich das Fotomuseum La Llotgeta Centro Fotográfico, ein kultureller Ort, der ganz der Fotografie gewidmet ist. In dem historischen Gebäude gibt es wechselnde Foto‑Ausstellungen und Künstlerprojekte.

Nur wenige Schritte weiter steht die Seidenbörse, La Lonja, eines der großen UNESCO‑Weltkulturerbe‑Highlights Valencias. Mein absolutes persönliches Highlight. Die hohen Hallen, die filigranen Säulen und die handwerklichen Details sind einfach beeindruckend.

Von dort schlendere ich mit euch weiter zur Kathedrale von Valencia, die mit gotischen, romanischen und barocken Elementen eine überraschend bewegte Architektur zeigt. Angeblich soll dort der Heilige Gral aufbewahrt werden – und ganz egal, ob man daran glaubt oder nicht, ist irgendwie berührend.

Direkt neben der Kathedrale liegt der Plaza de la Virgen, ein Platz, der fast immer belebt ist, mit Springbrunnen, Sitzplätzen, kleinen Cafés und dieser warmen, offenen Stimmung, die ich so liebe. Hier in der Gegend habe ich verschiedene Shootings mit Brandon Jackson gehabt.

Weiter in Richtung Stadtrand der Altstadt, komme ich zum Plaza del Ayuntamiento. Besonders zur Weihnachtszeit ist dieser Platz ein Erlebnis, mit Lichtern, einem großen Baum und Karussell, das war meine erste Vorweihnachtszeit in Spanien. Irgendwie ähnlich aber doch ganz anders als bei uns.

In der Nähe des Plaza del Ayuntamiento gibt es die Atenea Sky Rooftop Bar, die nicht ganz billig ist, aber zum Sonnenuntergang auf jeden Fall einen Besuch wert. Gute Drinks, super DJ, atemberaubender Ausblick.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch, zum Entdecken von immer wieder neuen Details, Ecken, Plätzen, noch nicht besichtigte Sehenswürdigkeiten und Museen. Valencia zum Anfassen.

Wann kommt ihr nach Valencia?

Schreibe einen Kommentar

Pin It