Mindset Monday
Sammelleidenschaft
Heute oute ich mich einmal im Mindset Monday . Und zwar als „Jägerin und Sammlerin“, als „Messie“, als „Bewahrerin“. Denn ich hegte viele Jahre eine Sammelleidenschaft. Für was? Hm, für nichts bestimmtes und alles.
Es gibt ein schönes chinesisches Sprichwort, das meine Sammelleidenschaft trifft:
Sammle stets ein wenig, einmal ist es viel.
Und: es ist viel…


Hotelprospekte, Flyer, Visitenkarten, Postkarten unbeschriebene und erhaltene, Briefe, Stifte, Zeitschriften, Ausrisse aus Zeitschriften, die nicht aufhebenswert waren. Bilder sowieso. Schöne Kronkorken, Geld aus anderen Ländern (wie lange haben wir eigentlich schon in vielen Ländern den Euro?). Aus den Hotels die Kosmetikproben, aus Cafés die Zuckertütchen, Eintrittskarten von jedem Kino-, Museums- und Konzertbesuch. Restaurantrechnungen (die werden ja oft in so schönen Hüllen gebracht, zu schade zum wegwerfen). Einfach alles. Und gefühlt die letzten 20 Jahre…
Ach und Listen, habe ich schon mal erzählt, dass ich für alles und jedes Listen schreibe und diese dann irgendwo hinlege? Aber das ist ein Thema für sich…


Wir wohnen sehr großzügig, da war bislang auch Platz genug, alles irgendwo abzulegen. Habe ich ein System? Zum Teil, zum Teil auch nicht.
Aber wie ich so oft schreibe, das Leben ist Veränderung und für mich ist der Zeitpunkt gekommen, mich und meinen Kram zu reduzieren.
Es gibt ja Menschen, die kleiden sich und leben total minimalistisch, nun ja modisch gesehen bin ich dabei. So wenig Teile wie möglich, am besten Kleid oder Jumpsuit und Schuhe dazu. Ringe an. Im Herbst/Winter noch eine Jacke drüber und bitte keine Accessoires.
Im täglichen Leben ist das etwas anders, habe ich ja gerade aufgezählt.


Gestern ging’s dann an mein Sammelsurium. Bewaffnet mit Müllsäcken und Papiertüten war ich fest entschlossen so ziemlich alles wegzuschmeißen, aber am Ende saß ich da 5 Stunden mit meinen Sachen, nahm jedes Dingelchen und Zettelchen in die Hand, überlegte, machte Haufen, legte von einen auf den anderen und kam nicht voran.
Irgendwann wurde ich wütend auf mich, dann ging es mal ein paar Minuten schneller, es wanderte mehr in die Müllsäcke, aber wieder etwas später holte ich das eine oder andere wieder raus und legte es zurück auf einen Stapel.
Wie auch immer, am Ende habe ich es geschafft, die gesammelten Schätze (die im Schlafzimmer neben meinem Bett gehortet waren, ich habe natürlich noch andere Sammelstellen…) auszusortieren. Es stehen nun etliche Tüten vor der Wohnung zum Abtransport und bevor ich die raustrug, habe ich von ein paar davon schnell noch ein Foto gemacht.

Am Ende, als Belohnung sozusagen, habe mir als Erinnerung ein Tablett voll mit diversen Erinnerungen zugestanden. Ich habe wahllos in eine der Tüten gegriffen, zwei Hände voll Schätze rausgezogen und auf dem Tablett arrangiert. Ein Liebesbrief von 1983 von einem Urlaubsflirt, eine Speisekarte von einem Griechen in Frankfurt, eine Serviette vom Café Florian in Venedig, ein Kondom von der Reeperbahn, Isländisches Geld, Postkarten, Visitenkarten, Bilder mit Herzen und, und, und… Das alles darf nun noch etwas bleiben.




Eine schöne Idee fiel mir noch ein, aber da war ich schon fast durch mit aussortieren, aber vielleicht setze ich die ab 2026 um. Letztes Jahr um diese Zeit war ich in München in einer Ausstellung unter anderem von Andy Warhol. Und mehr als die Bilder faszinierten mich seine Erinnerungsschatzkästchen, die in Vitrinen ausgestellt waren. Warhol hatte für jedes Jahr eine Erinnerungskiste mit so Kramzeug behalten. Erinnerungen von persönlichem Wert, Schlagzeilen aus Zeitungen zum Welt- oder Gesellschaftsgeschehen etc. Ich war begeistert.
Da fällt mir ein: Was macht ihr mit Büchern? Früher waren mir immer Menschen suspekt bei denen ich in Haus oder Wohnung keine Bücher habe liegen sehen. Mittlerweile habe ich mich entschieden, mich von so ziemlich allen Büchern zu trennen. In etwa die Hälfte unserer Bücher haben wir in Sträflingsarbeit bei „Momox“ und „Rebuy“ eingescannt, die nun die Tage abgeholt werden und wir vom Erlös dann 1 x schick essen gehen können. Mehr nicht.
Die meisten Bücher sind übriggeblieben und stehen nun aufgestapelt neben dem Kamin. Ins Regal kommt mir nichts mehr zurück. Was nun? Bücherflohmarkt, Altpapier oder Spenden? Bin für Tipps zu haben!

Die Fotos von mir sind vom Fotowalk mit @wiebke.fotografiert . Die anderen sind von meiner Ausmist-Aktion. In diesem Sinne, schönen Mindset Monday für euch! Wann habt ihr das letzte Mal ausgemistet?