Mindset Monday
Mind & Soul

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Die Bibliothek, meine Bücher und ich

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Rituale müssen gerade zur jeweiligen Lebenssituation passen, sich anpassen, sich verändern lassen. Rituale sollen Spass machen, nicht zum Zwang werden, das Leben bereichern, Zeit der Achtsamkeit und Freude sein. Rituale kann man bewusst in sein Leben und seinen Alltag integrieren, um z.B. zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen oder um Zweisamkeit zu genießen.

Oder wie wäre es mit einem Belohnungsritual, auf das man sich immer wieder freuen kann? Zum Beispiel ein Glas Sekt oder ein Stück Schokolade gemütlich auf dem Sofa genießen, sobald die Bügelwäsche oder der Wochendhausputz erledigt sind.

Ich belohne mich z.B. mit einer Mini-Spaziergangs-Auszeit durchs Viertel, wenn ich im Job gerade richtig viel geleistet und einen Haken an ein gelungenes Projekt machen kann. Ich gehe spazieren, nicht weil Sonntag ist, sondern weil ich es mir verdient habe. Meine nahe Umgebung neu zu entdecken, lässt Glückshormone fließen und die Energie wieder auftanken.

So ein Belohnungsritual kann zu einem besonderen Stück Lebensqualität werden, Zeit und Aufmerksamkeit, die Ihr Euch selbst zum Geschenk macht. Eine Massage, Verwöhnzeit in der Badewanne oder ein Nachmittag im Day Spa. Und nicht immer muss man etwas dafür geleistet haben, um sich mit einer Auszeit zu verwöhnen, sich zu belohnen bedeutet doch, dass man sich selbst auch wertschätzt und liebt.

Aber damit ein Ritual ein Ritual bleibt, muss man mit Gedanken und Gefühl voll dabei sein.

Ganz einfach gesagt: Alles was wir tun, tun wir in Achtsamkeit und das bringt Farbe in unseren Alltag. Erledigt man Dinge immer wieder zur gleichen Zeit und auf die gleiche Art ohne mit dem Herzen dabei zu sein, wie z.B. den Computer hochfahren oder die Teppiche zu saugen, dann sind das keine Rituale sondern Routinen, die nicht von Bedeutung sind, aber das ist dann ein ganz anderes Thema…

Aber Ihr wisst worauf ich hinaus will, oder? Der Unterschied von Ritual und Routine ist klein, ganz einfach, aber ein schmaler Grat, der bei unserer inneren Haltung liegt und durch Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Bewusstsein bestimmt wird. So kann auch eine einfache Routine wie Zähne putzen wieder zum Ritual werden.

Rituale zum Tagesabschluss

Den Tag Revue passieren lassen, Distanz schaffen und beenden. Das kann man in Gedanken machen oder ein Tagebuch führen. Ein anderer Ansatz ist, sich zu überlegen wofür wir heute dankbar sind? Was heute besonders schön, was heute richtig lustig war? Diese Rituale bringen uns Ruhe und Zufriedenheit, wir können besser ein- und durchschlafen. Gibt es Dinge, die wir nicht erledigt haben? Die werden weggepackt und erst am nächsten Tag wieder herausgeholt und erledigt, wir werden die Nacht nicht mit grübeln verbringen!

Wichtigstes Ritual ist für mich, das „Gute-Nacht-Sagen“. Mein Mann und ich haben beide sehr unterschiedliche Auffassungen von Relaxen und persönlicher Freizeitgestaltung, sodass wir die Abende zu Hause nicht unbedingt miteinander verbringen. Dazu kommt noch, dass jeder von uns einen anderen Bio-Rhythmus hat. Ich bin ein Frühaufsteher und lese gerne noch ein bisschen im Bett, mein Mann ist eher eine Nachteule. Daher kommt es eher selten vor, dass wir gleichzeitig ins Bett gehen und uns dort ausgiebig eine Gute Nacht wünschen können.

Aber für mich ist es wichtig, den Tag positiv zu beenden. Wer verbittert oder wütend ins Bett geht, steht mit den gleichen oder noch verstärkten Gefühlen wieder auf. Egal ob es ein guter oder ein schlechter (Paar-)Tag war, sich mit einer netten Geste ins Bett zu verabschieden, lässt einen ohne Grübeln einschlafen und versöhnt mit dem Tag abschließen und loszulassen, um morgens frisch, frei und energiegeladen in den neuen Tag zu starten, und wenn es sein muss, auch fair über Konflikte oder Probleme zu reden, die man am Abend sowieso nicht lösen konnte.

Ich persönlich liebe meine eigenen kleinen Rituale und möchte sie nicht mehr missen. Im Laufe meines Lebens werden manche wegfallen und neue hinuzukommen, aber ganz langsam und unbemerkt. Und ich werde jedes einzelne Ritual bewusst und achtsam erleben, jeden Tag auf’s neue, denn diese kleine Auszeiten sind mein Geschenk an mich.

Findet und genießt auch Ihr Eure Rituale!

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