Road Trip: Alpenstrasse – Teil 1

In Deutschland gibt es ja viele Ferienstraßen, z.B. die Burgenstraße, die romantische Straße oder auch die Alleenstraße. Manchmal sehe ich aus dem Autofenster heraus ein Schild einer dieser Straßen und denke: aha, hier führt die und die Straße lang oder durch. Oder: ach so, wir befinden uns jetzt auf der xyz-Straße. Aber bewusst befahren haben wir so eine Straße noch nie. Irgendwie kommt Deutschland, bis auf die Großstädte, als Urlaubsziel immer nicht so in die engere Wahl. Das soll sich ändern. Manche Landstriche haben so ein Rentnerimage, das man sich gar nicht ranwagt. Ferienstrasse hört sich ja auch viel antiquierter an als Road Trip. Wir wollen das jetzt mal ausprobieren und die Alpenstraße abfahren vom Anfang bis zum Ende.

Die Ferienstraße heißt korrekt „Deutsche Alpenstraße“ und führt 450 kurvenreiche Kilometer von Lindau am Bodensee bis nach Schönau am Königssee. Da wir uns unterwegs auch etwas anschauen wollen und nicht nach einem Wochenende einen Haken ranmachen können, teilen wir uns die Deutsche Alpenstraße auf mehrere Wochenenden auf und berichten hier über Teil 1 unseres Ferienstraßen-Raod-Trips.

Tag Eins

Als erstes fahren wir Lindau an, den Startpunkt der Deutschen Alpenstraße. Und da es von Nürnberg nach Lindau doch ein ganzes Stück ist, kehren wir als erstes im Strandhaus ein, bevor wir die Stadt besichtigen.

Das Strandhaus liegt neben einem Campingplatz und ist bekannt für Barbecue. Das Fleisch wird im Smoker bis zu 12 Stunden im indirekten Holzfeuer bei niedriger Temperatur gegrillt. Zwei, drei Abende die Woche gibt es Barbecue-Buffet.

Das Strandhaus ist ein Holzhaus im Long Island Look, innen wie außen sorgfältig bemalt, das Ambiente rustikal aber trotzdem minmalistisch modern, mit Möbeln aus alten Schiffsplanken, einer Veranda mit Schaukelstühlen und einem ruhigen, gemütlichen Biergarten. Alles ist liebevoll und ausgesucht maritim dekoriert.

Die Gerichte aus dem Smoker sind ein Geschmackserlebnis, das Fleisch super zart, genial zubereitet und fürs Auge ist alles auch noch ganz dekorativ angerichtet. Der Service ist sehr nett und aufmerksam. Eine Reservierung im Strandhaus würde ich empfehlen.

Strandhaus Restaurant Lindau, Fraunhofer Straße 20, Lindau https://www.strandhaus.li

Nach dem Essen fahren wir nach Lindau. Wir parken unser Auto und machen einen Spaziergang durch die historische Altstadt zum Hafen mit den beiden Wahrzeichen, dem Löwen und dem Neuen Leuchtturm in der Lindauer Hafeneinfahrt.

Zum Abschluss unseres kleinen Stadtrundgangs gönnen wir uns noch einen Spritz und genießen das geschäftige Treiben am Hafen.

Anschließend geht’s zum Auto und wir machen uns auf den Weg zur Alpenstraße.

Gemächlich geht es los, beim Rohrschach Anstieg wird die Strecke dann spannend, kurvig und steiler. Und während wir die Aussicht und die Kehren genießen, erreichen wir fast schon unseren nächsten Stopp: den Skywalk Allgäu. Ein moderner Baumwipfelpfad mit bis zu 40 Metern Höhe und einer Hängebrückenkonstruktion mit 540 Metern Länge. Der Skywalk bietet traumhafte Ausblicke übers Allgäu, auf die Alpen und den Bodensee. Von hier oben sieht man alles in einzigartigen Panoramen, die sich unten nur erahnen lassen. Wer ein bisschen mehr Action braucht, verlässst den Baumwipfelpfad über Wackelbrücken und Röhrenrutsche.

Das war aber noch lange nicht alles. Der Skywalk bietet außerdem einen Naturerlebnispfad, einen Barfußpfad, einen Abenteuerspielplatz, ein Restaurant und vieles mehr. Hier kann man es gut ein paar Stunden aushalten.

Weitere Infos: Skywalk Allgäu, Oberschwenden 25, Scheidegg https://www.skywalk-allgaeu.de

Schnell ist es später Nachmittag geworden und unseren nächsten Stopp müssen wir leider ausfallen lassen. Die Scheidegger Wasserfälle. Vielleicht beim nächsten Mal.

 

Wir fahren nach Scheidegg, wo wir uns im Hotel & Gasthaus beim Stöckeler Zum Hirschen einquartiert haben. Ein Traditionshaus mit kleinem, sehr sympathischen Hotel mit modernen Hotelzimmern in individueller Allgäuer Wohlfühlatmosphäre.

Wir ruhen ein bisschen in unserem Zimmer aus und gehen dann hinunter ins Restaurant.

Das Gasthaus ist eher rustikal und gemütlich mit viel Holz im alpenländischen Stil. Wir lassen uns ein gutes Allgäuer Abendessen schmecken, die Zutaten kommen aus der Region, alles ist frisch und lecker zubereitet, die Portionen sind groß, Preis-Leistungs-Verhältnis super und der Service sehr freundlich. Genau so stelle ich mir traditionelle Allgäuer Wirtshauskultur vor.

Nach einem schönen ersten Tag entlang der Alpenstraße fallen wir satt, glücklich und zufrieden ins Bett.

Zum Hischen, hotel & gasthaus beim stöckeler, Kirchstraße 1, Scheidegg http://www.gasthaus-zumhirschen.de/index.html

Tag Zwei

Nach einem reichhaltigen Frühstück und einem kleinen Plausch mit Herrn Stöckeler geht es weiter auf der „Tour de Alpenstrasse“.

Wir fahren trödelig durch wunderschöne Landschaften, halten hier und da kurz an, um die Aussicht zu genießen und fahren vorbei an Oberstaufen zum Großen Alpsee. Wir spähen nur durchs Autofenster, da es leider angefangen hat zu regnen, können uns aber gut vorstellen hier mal einen längeren Stopp einzulegen und erreichen etwas später Immenstadt.

In der kleinen Residenzstadt legen wir an einem malerischen Platz eine kleine Kaffeepause ein und setzen dann unseren Weg auf der Alpenstraße fort. Wir kommen zur Oberjoch Passstraße, der kurvenreichsten Straße Deutschlands, es klart auch wieder ein bisschen auf und so können wir uns während der Fahrt von den vielen Kurven und der grandiosen Landschaft begeistern lassen.

Da es das Wetter heute nicht so gut mit uns meint, verlassen wie in Oberjoch die Alpenstrasse und fahren noch ein paar Kurven weiter auf der B308 und dann über die Grenze nach Österreich und machen halt in Tannheim/Tirol. Wir besuchen eines unserer Lieblingshotels, das „Jungbrunn – das alpine Lifestyle Hotel“ und werden den Rest des Tages und Abends, im Jungbrunn in der großzügigen Wellnesslandschaft und im Restaurant „Was guats vom Berg“ verbringen.

Hier lasse ich mal die Bilder sprechen, ein ausfühlicher Post über das Jungbrunn folgt.

Hotel Jungbrunn, Oberhöfen 25, Tannheim-Tirol, Österreich http://www.jungbrunn.at/de/

Tag Drei

Egal, wie das Wetter heute wird, wir müssen weiter. Wir haben Tickets für Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau.

Um schneller bei den Schlössern zu sein, lassen wir ein Stück von der Alpenstrasse aus und stoßen in der Nähe von Pfronten wieder auf die Ferienstraße. Vorbei an Weißen-, Hopfen- und Forggensee kommen wir ins Füssener Land und steuern die Parkplätze der Schlösser an. Die Autos, Busse, Menschenmengen und Kassenschlangen sind der Wahnsinn, aber das hätte uns vorher klar sein müssen, bei Deutschlands Sehenswürdigkeit Nr. 1 „Schloss Neuschwanstein“. Zum Glück haben wir unsere Tickets schon online gekauft.

Zu den Schlössern kommt man zu Fuß oder per Pferdekutsche, wir entscheiden uns für den Spaziergang vorbei an Souvenirläden, Touristen mit Selfiesticks, Restaurants und Biergärten. Auf dem Weg hat man großartige Ausblicke auf die Schlösser und auch zur Marienbrücke (kann man auch Fotobrücke nennen).

Vor den Schlössern warten wir auf unseren gebuchten Slot und trotz der vielen Besucher ist hier alles gut durchorganisiert, nicht zu überfüllt und in der Gartenanlage von Hohenschwangau lässt sich sogar noch eine leere Bank finden.

Die beiden Schlösser sind beeindruckend. Es ist schon enorm was unsere Vorfahren hier auf die Beine gestellt haben. Nicht nur Neuschwanstein, auch das Elternhaus Ludwigs II. Hohenschwangau ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Beide Schlösser sind komplett verschieden, aber jedes auf seine Art einzigartig. Da das Schloss Hohenschwangau nicht ganz so überlaufen ist wie Neuschwanstein, sind die Führungen hier individueller, amüsanter und auch sehr informativ im Hinblick auf die Geschichte und Familie. Mein Tipp, wenn die Zeit reicht: Kombi-Ticket kaufen.

Überwältigt von so viel schöner Baukunst und Inneneinrichtung setzen wir uns in den nächstbesten Biergarten und lassen unsere Eindrücke bei einem Radler und einer Brotzeit noch einmal Revue passieren.

Und schon ist er um, unser Road Trip Alpenstraße Teil 1, bleibt uns nur noch der Heimweg und die Vorfreude auf die Alpenstraßen-Tour Teil 2.

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