Mindful Monday 

Wo ist der Flow?

Mir ist der Flow abhanden gekommen!

Zweimal ist mein Mindful Monday nun ausgefallen, ich war ein paar Tage krank, hatte zu tun, war verreist und hatte wohl auch mal keine Lust und keine Inspiration. Ich war einfach nicht im Flow. Dabei habe ich ja Routinen und Rituale, bin strukturiert und zuverlässig, aber mit dem Mindful Monday hat es einfach nicht klappen wollen.

Und das hat mich ein bisschen geärgert, besser gesagt, ich war wütend auf mich, weil ich immer andere Dinge vorgezogen habe. Aber muss ich wütend sein? Das raubt ja noch mehr Energie! Warum habe ich die anderen Sachen vorgezogen? Weil sie wichtiger waren? Im Moment mehr Spaß machten? Mal das Eine, mal das Andere. Und ganz ehrlich, dass der Mindful Monday nicht gepostet wurde, davon geht die Welt nicht unter…

Tom hätte einspringen können, aber den habe ich vergessen zu fragen…

Aber eins nach dem anderen. Der Mindful Monday ist ja jetzt nur ein Beispiel, genauso ist es mit anderen Situationen und Dingen auch, die ich nicht kontrollieren kann. Statt mich aus der Fassung bringen zu lassen, mich ohne Grund dafür zu entschuldigen, aus dem Flow zu kommen, würde ich viel lieber im Flow bleiben.

„Go with the flow“ heißt übersetzt in etwa „mit dem Strom schwimmen“ und das bedeutet für mich angepasst sein und nicht auffallen. Aber das ist nicht das, wo ich hinkommen möchte, wenn ich im Flow bin. Und auch nicht das, worauf ich heute hinauswill.

Ich meine den Flow aus meinem Hippieherzen und habe Euch ein passendes Zitat dazu rausgesucht:

Flow with whatever may happen, and let your mind be free: Stay centered by accepting whatever you’re doing. This is the ultimate.

Chuang Tzu

Mit meinem eigenen Strom schwimmen, noch besser, mich von meinem Strom treiben lassen, gelassen, hier und jetzt und mit allem, was passiert, das ist es, was ich meine. Und, klar ist es nicht immer einfach im Fluss zu bleiben. Ich fühlte mich die letzten zwei Wochen oft abgeschlagen, gestresst und auch ein bisschen blockiert. Aber wie immer sollte alles klappen und funktionieren, wollte ich meine innere Mitte wieder finden, mich erden und im „Flow“ weitermachen.

Für mich bedeutet Flow mit meinem Tun im Einklang zu sein, bei Dingen, die getan werden müssen und Dingen, die ich tun möchte, in Situationen, die wunderschön sind und Situationen, die gemeistert werden müssen. Möglichst ohne Über- oder Unterforderung, obwohl ich bei Überforderung meist über mich selbst hinauswachse. Aber das ist ein anderes Thema.

Ok, eine Woche kein Mindful Monday geschrieben, aber dann die zweite Woche auch nicht! Nicht dass sich das jetzt was einschleicht…

Da habe ich angefangen zu überlegen. Warum bin ich nicht im Flow? Was fließt nicht? Was ist das Problem? Wovor habe ich Angst? Wie kann ich wieder reinkommen?

Ganz einfach, einfach wieder schreiben und veröffentlichen, wo ich im Moment ja auch schon wieder fleissig dabei bin. Und einfach kein Ding drum machen, nicht zu viele Gedanken darauf zu verwenden, nicht auf 10 Kanälen bei den Lesern entschuldigen, in der Zeit kann man nämlich auch einen kurzen Beitrag schreiben. Die beiden letzten Wochen war eben einfach keine Schreibwochen. Punkt. Und gar nicht schlimm.

Um im Flow mitzuschwimmen, muss man achtsam sein, und scheinbar habe ich nicht aufgepasst und bin ans Ufer gespült worden oder an einem Ast hängengeblieben. Im Moment ist es eben so, wie es gerade ist. Und das darf und kann ruhig auch mal schwierig sein. Das Leben annehmen, umarmen was ich bin und was mir geschieht, das Leben umarmen mit all seinen Facetten. Gute und besondere, schöne und wunderbare und auch mal traurige oder schlechte. Mich einlassen auf das, was ist und das Leben erfahren und erleben, nicht kontrollieren, sondern (ver)ändern, nichts festhalten, sondern loslassen. Einfach laufenlassen, was ist und kommt.

Flow ist der Punkt, an dem man Dinge tut ohne darüber nachzudenken, wenn sie einfach passieren, laufen, wenn man darin versinkt, alles andere für den Moment vergisst. Und wenn ich es recht überlege, dann war ich im Flow, nur mit anderen Dingen als dem Mindful Monday. Und im Nachhinein sage ich, das war gut so!

Man muss die Veränderungen und Situationen hinnehmen ohne zu bewerten und das Leben nehmen wie es ist, ohne zu versuchen es umzuformen. Es werden immer Dinge passieren oder Situationen auftreten, die wir nicht geplant haben. Wir werden aus der Routine gerissen und aus dem Trott gebracht. Aber wir haben ja immer die Möglichkeit, zu reagieren.

Und statt Wut und Frust zu spüren, lieber erst ein paar tiefe Atemzüge nehmen und eine Strategie entwickeln, was sie Situation nun erfordert. Ganz einfach, wie oben schon geschrieben, kein großes Ding draus machen.

Natürlich gibt es auch andere Dinge und Situationen, wo mehr Reaktion benötigt wird, die komplexer sind und weiterreichende Entscheidungen erfordern, aber auch damit lässt sich im Fluss bleiben und umgehen. Wenn etwas plötzlich wichtig wird, wird eben etwas anderes, was gerade noch wichtig erschien, unwichtig oder ganz einfach anders gewichtet. Wie mein Mindful Monday in den letzten zwei Wochen.

Viel zu lange war meine Strategie in schwierigen Situationen, etwas zu essen oder zu naschen, hat mich auch abgelenkt und wieder in den Flow zurückgebracht, aber war einerseits ungesund und andererseits bin ich bei mir selbst kein Fan von unnötigen Kilos.

Heute teile ich die Dinge und Situationen ein: Was hängt für mich dran, wird für mich eine Welt untergehen? Wie zeitnah muss reagiert werden (manches löst sich auch einfach in Luft auf)? Interessiert es morgen wirklich noch? Kann ich daran wachsen? Kann ich es ignorieren? Kann ich darüber lachen? Was hat für mich Priorität? Ist es ein positiver Auslöser? Es muss ja auch nicht immer etwas Schwieriges oder Schlimmes sein, sondern auch etwas Schönes, zum Beispiel, die Freundin, die spontan vorbeikommt und mich ins Café einlädt.

Und am Ende des Tages ist es immer unsere eigene Entscheidung, ob wir im Fluss bleiben oder nicht, was wir vorziehen, welchen Weg wir weitergehen, aber auch das ist Flow, denn das Leben ist Veränderung und ich bin ein Teil davon und somit auch der Flow. Und rechtfertigen müssen wir uns immer nur vor uns selbst. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass ich andere Menschen so akzeptieren sollte, wie sie sind. Ich kann niemanden kontrollieren oder bestimmte Handlungen und Reaktionen erwarten.

Das Leben und der Flow sind gut so, wie sie sind, unperfekt, mal chaotisch, mal ruhig, mach schmerzhaft, mal lustig, mal fröhlich, mal anstrengend, mal leicht … aber alles fügt sich. Flow bedeutet für mich, beweglich und im Fluss zu sein, in keiner Schublade festzustecken, kein Konzept zu verfolgen, das für immer Gültigkeit hat.

Und sich dabei immer wieder bewusst machen, wir können das Leben nicht anhalten, nicht einfrieren, nicht aufheben, wir können es nur leben, hier und jetzt. Und der Moment, den ich gerade erlebe der ist jetzt, nicht gestern und nicht morgen. Das Einzige, was ich am Moment ändern kann, ist, wie ich auf den Moment reagiere. Und das ist unheimlich viel und wertvoll, denn ich habe immer eine Wahl. Nur verlangt die Wahl manchmal nach Mut, Geduld, Vertrauen und Ausdauer, aber damit kommen wir wieder in den Fluss, in den Fluss des Augenblicks und mit jedem Schwimmzug auch zu mehr Erfahrung.

Meine Gedanken sind heute an den Flow im Taoismus angelehnt. Ich bin kein Taoist, aber ich finde in fast jeder Religion und Philosophie Lehren und Gedankengut, was mich überzeugt und anspricht, wie eben aber auch umgekehrt. Der Taoismus war während der Hippie-Bewegung sehr populär und ist heute auch in der Esoterik-Welt weit verbreitet.

Im Taoismus geht man davon aus, dass die Lebensenergie, das Chi, den Weg des Wassers fließen muss. Für alle, die ein bisschen tiefer in „Go with the flow“ einsteigen möchten, kann ich empfehlen, sich mal mit Taoismus auseinanderzusetzen.

Wie geht Ihr damit um, wenn Euch der Flow abhandengekommen ist? Vor Euch liegt eine unbeschriebene Woche voller Möglichkeiten, ich wünsche Euch einen guten Wochenstart und einen Mindful Monday.

16 Comments

  1. Für mich ist go with the flow unabhängig seiner Übersetzung, dass ich meinen Flow nutze. Meine Sachen hintereinander versuche fließen zu lassem und dann, so lange es geht mich nicht ablenken lassen.
    Es ist sehr unetrschiedlich, wie ich mit fehlendem Flow umgehe.. Mal denke ich, okay, kommt schon wieder. Dann aber setzt es mich unetr Druck. Und du hast Recht, dann fließt mal erst recht nichts.

    Danke für deine Sichtweise udn wie du es handhabst.

    Hab eine schöne Woche, mit Flow an den Stellen, wo es nötig ist.
    Liebe Grüße
    Nicole

    • Ja, so kommt wohl jeder mal aus dem Flow liebe Nicole. Und schön, dass Du teilst wie es bei Dir ist.
      Liebe Grüße und ich denk an Dich morgen
      Sigi

  2. Liebe Sigi, manchmal fließt es und manchmal gibt es Stromschnellen oder Hindernisse. Dann sollte frau sich die Zeit geben. Ich persönlich mute mir immer zu viel zu. Dann geht oft gar nichts mehr. Dann bin ich so erschöpft, dass ich einen kompletten Tag ruhen muss. Das ist dann eben so. Egal, was ich mir eigentlich vorgenommen habe. Trotzdem kenne ich natürlich das Gefühl. Hab einen guten Start in die Woche. Herzlich Ursula

    • Das hast Du schön geschrieben liebe Ursula, und so ist es auch, ich mache und wurschtle und noch dies und noch das und plötzlich bin ich leer.
      Danke für Deinen Kommentar.
      Lg Sigi

  3. Liebe Sigi,
    sei doch einfach nachsichtig mit Dir selbst!
    Du hast zweimal keinen Beitrag geschrieben, na und?
    Bevor Du Dir mühsam etwas aus den Fingern saugst, wartest Du halt einfach darauf, bis es wieder leicht fällt und “fließt”. Wie ich das sehe, hast Du eh soviel um die Ohren. Unterschätze das nicht.
    Und der Flow wird wieder kommen, bestimmt!
    Liebe Grüße aus München
    Erika

    • Ist halt immer leichter gesagt als getan liebe Erika. Besser wissen tu ich es sowieso, nur mit dem umsetzen hapert es oft sehr.
      Liebe Grüße zurück
      Sigi

  4. Liebe Siggi..das hat mir gut getan.. daaaaaankeschön und ja ich habe mir vorgenommen, nicht so streng zu mir zu sein und das Leben zu umarmen jede Sekunde..
    Liebe Grüße

    • Das freut mich sehr, wenn Du etwas mitnehmen kannst, liebe Annette. Wir fordern manchmal einfach viel zu viel von uns.
      Herzliche Grüße
      Sigi

  5. Liebe Sigi,
    im Moment fehlt mir auch so irgendwie dieses nach vorne gleiten. Ich hoffe aber, dass mich der Flow wieder greift und ich auch wieder etwas mehr Spaß fühle bei dem, was ich so mache und eigentlich auch machen möchte. Aber vielleicht ist so ein „Flowbreak“ auch manchmal ganz wichtig. Wir werden sehen.
    LG
    Sandra

    • Ich glaube schon, dass man manchmal einfach einen Gang runterschalten muss und vor allen Dingen laufen lassen, dann findet sich von selbst, was wichtig ist und was nicht. Was uns ausmacht und was nicht.
      Herzliche Grüße und alles Gute für Dich
      Sigi

  6. Liebe Sigi,

    nein der Flow ist Dir nicht abhanden gekommen. Das Leben ist manchmal eben so und ausserdem sollte es doch auch Spaß machen. Druck haben wir doch schon genug von allem. Mir ging es eine ganze Zeit auch mal so und die Pause tat gut. Obwohl ich genau so gedacht hatte wie Du.
    *
    Mir fehlte damals einfach die Leichtigkeit. In vielen musste ich umdenken lernen. Mal klappt es mehr, mal weniger.
    Ich freue mich einfach, wenn ich Dich in meinem Newsletter habe und dann wieder von Dir lese oder bei Instagram.

    Liebe Grüße
    Elke

    • Vielen Dank liebe Elke, immer schön zu lesen, dass man mit seinen “Luxus”Problemen nicht alleine ist. Und noch mehr freut mich, dass Du Dich freust, wenn Du Nachrichten von mir erhältst. Merci.
      Liebe Grüße
      Sigi

  7. Dear Sigrid, I think it’s not so important to lose the flow and not to write for a while. As you have probably noticed I’ve not been very active here as I have had so much to do, all kind of things and had no energy nor time to create anything. Sometimes I wrote even 3 posts a week and now only one or one in two weeks. The flow comes surely some day 🙂
    I wish you a nice Sunday,
    lots of hugs,
    Maarit

    • Thank you for your warm comment dear Maarit and I think, you’re right. The flow will come back again.
      Have a great Sunday.
      Hugs and kisses
      Sigrid

  8. Liebe Sigi,
    achja, die Phasen kenne ich auch, in denen sich alles etwas sperriger, eckiger, stockender anfühlt. Aber ich liebe deine Sicht der Dinge, nämlich annehmen, durchatmen und weitermachen, überlegen, was man anders machen kann. Und sicher sein, dass es absolut ok so ist. Ich schaffe es dieses Wochenende mal wieder einen Blogpost zu veröffentlichen, der letzte ist ja schon etwas her, das störte mich auch sehr, weil ich mir selbst manchmal so hohe Erwartungen setze…aber Zeit ist eben begrenzt und ich mache eben auch noch gerne andere Dinge. Aber so ist es eben. Ist ja alles auch meine Entscheidung 🙂
    Liebe Grüße!

    • Sigi Reply

      Das hast Du schön geschrieben Vanessa und danke auch, dass Du teilhaben lässt an Deiner persönlichen Situation. Und Du hast so recht, es ist am Ende des Tages nur unsere Entscheidung ganz allein, was wir tun und was eben nicht. Und vielleicht hadern wir auch irgendwann gar nicht mehr damit, weil wir etwas nicht schaffen….
      Herzliche Grüße
      Sigi

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