Mindset Monday 

Jetzt reicht’s!

Jetzt reicht’s, was zuviel ist, ist zuviel. Egal wo, auf Instagram, in Zeitschriften, im Fernsehen, Frauenthemen werden immer sichtbarer und auch verstärkt angesprochen. Frauen über 50, Wechseljahre, die Menstruation, die Jobfalle und neuerdings immer „Mental Load“ und eines der nächsten Themen wird „Gender Care Gap“ sein. Gar nicht so weit entfernt vom „Mental Load“ und doch etwas ganz anderes. Warum mir das zuviel ist? Mir ist zuviel, dass gerade diese beiden Themen oft aus zu wenig Perspektiven angesprochen werden!

Ich finde beide Themen wichtig, allerdings werden sie mir, wie schon geschrieben, beide oft zu einseitig beleuchtet. Ich möchte hier im Mindset Monday heute keinen ellenlangen Beitrag schreiben und alle Aspekte zu beiden Themen erörtern, sondern beides kurz anreißen und euch die nächsten beiden Montage jeweils ausführlicher meine Meinung zu beiden Themen aufschreiben.

Mental Load meint, ganz lax ausgedrückt, dass die Denkarbeit für die Familienmitglieder an einer Person der Familie hängenbleibt. Besprochen wird das Thema in den Medien meist an jungen Müttern. Und da könnt Ihr euch sicher schon denken, dass mir das so nicht gefällt, denn wer als 50 plus Woman kennt es nicht, die Denkarbeit in der Familie bzw. der übriggebliebenen Zweisamkeit übernehmen zu müssen? Das hört doch nicht schlagartig auf, wenn die Kinder in die Schule kommen oder ausziehen, mein Mann weiß bis heute nicht, wann Muttertag ist und dass man Blumen auch online verschicken lassen kann. Verstehe gar nicht, wie er das mit den Amazon-Bestellungen für sein Hobby immer hinbekommt?

Gender Care Gap weist auf die Gleichstellung bei der Sorgearbeit im Privaten, wie Kindererziehung, Pflege, Hausarbeit hin. Aktuell wenden Frauen im Durchschnitt 52,4% mehr Zeit für diese unbezahlte Sorgearbeit auf. Dieser Wert hat mich etwas schockiert, ich dachte tatsächlich, wir wären da schon weiter, junge Männer machen doch heute auch Elternzeit, oder soll ich mal ganz provokativ sagen: einen extra Urlaub… (ein Thema für sich, aber auch eines, was mich umtreibt, vielleicht ein anderes Mal).

Und auch hier werden als Beispiel wieder meist junge Mütter genannt, die jobtechnisch dadurch benachteiligt sind. Nichts gegen junge Mütter, die leisten wahrlich eine ganze Menge, auch wenn es bei mir lange her ist, ich kann mich noch gut erinnern. Und ich geh da ganz konform, dass das Verhältnis einfach nicht stimmt. Aber was ist mit den Frauen, die, jobtechnisch gesehen, fest und gut im Sattel sitzen, aber trotzdem den Großteil der Sorgearbeit verrichten bzw. übernehmen? Das hat doch auch Folgen, weil sie die Sorgearbeit in ihrer wichtigen Freizeit verrichten. Verlust von sozialen Kontakten und daraus resultierend psychische Probleme, um nur zwei zu nennen.

Ihr seht, zwei Themen, die mich umtreiben. Euch auch? Schaut nächste Woche wieder vorbei. Da schreibe ich dann etwas ausführlicher über Mental Load und auch wie ich den hier in meinem Umfeld erlebe. Habt ihr Fragen zu den Themen Mental Load und Gender Care Gap? Stellt sie gerne, dann kann ich in den beiden folgenden Beiträgen auch darauf eingehen.

Übrigens, die wunderschönen natürlichen Portraits sind wieder von Marvin. Dieses Mal nicht analog fotografiert sondern, wie man das heute macht, digital. Und ihr wisst ja, bei mir herrscht ganz große Portraitliebe.

Habt eine wunderbare Woche.

14 Comments

  1. Guten Morgen, ja, ich geb dir völlig Recht. Nur erlebe ich sehr oft, dass Frauen gerade in unserem Alter das weiterhin alles klaglos hinnehmen. Ich nicht. Punkt. Tolle Portraits sind das. Starte gut in die neue Woche! Liebe Grüße Ursula

    • Guten Morgen, das ist ein guter Aspekt liebe Ursula, den werde ich in meine Ausführungen zu den beiden Beiträgen aufnehmen. Happy Monday und liebe Grüße, Sigi

  2. Oh ja – ich erkenne die Themen!
    Einer muss alles regeln, der andere schwimmt energiearm im Fahrwasser. Ich bin auch einer der die klassische Rollenverteilung lange lebte…. Irgendwann ist dann genug – dann wird man Singel , freiwillig oder auch nicht, dann muss man! Geht dann auch.
    Übergebliebene Zweisamkeit – ein ganz wichtiges Thema – da wäre die Energie drin gewesen, die ich aber nicht richtig genutzt hab. Hinterher ist man immer schlauer!
    Muttertag – Valentinstag – ja , wenn man dran erinnert werden muss – besser wäre spontan und unerwartet zwischendurch!
    Man lernt – es dauert lange und hoffentlich bekommt man eine zweite Chance das Erkannte besser umzusetzen!
    🤔 ich denke – LG vom TOM

    • Lieber Tom,
      ja, hinterher ist man immer schlauer, aber Frau muss es ja auch nicht so weit kommen lassen und immer automatisch alles übernehmen.
      Danke für deinen Kommentar und ich werde den ein- oder anderen Aspekt in meinem nächsten Beitrag berücksichtigen.
      Ganz lieb
      Sigi

  3. Guten Morgen, liebe Siggi,
    mein Mann ist ja vor 2 Jahren frühzeitig in den Ruhestand getreten. Letzte Woche ist mir die Hutschnur gerissen. Ich bin noch voll im Job, beide Jungs sind noch zuhause, ich kaufe ein, koche, organisiere Treffen mit Freunden bei uns, Putze und helfe ihm bei der Nachlass Verwaltung seiner Tante in Göttingen.. Und was macht er? Geht 2 x die Woche zum Stammtisch und ruht den Rest der Zeit. Ich komme mit dem Putzen gar nicht mehr nach und er machte mich darauf aufmerksam, dass die Küche irgendwie unordentlich aussehen würde. Da sah ich rot 😡 Jetzt, nach 20 Jahren, kümmert er sich um meinen Wunsch nach einer Reinigungshilfe. Er hat nämlich keine Lust auf Haushalt. Hier herrscht gerade ganz dicke Luft, denn ich bin, wie er sagt, unausgeglichen und ständig schlecht gelaunt 🤬 Warum wohl?
    Happy Monday, liebe Siggi 🤣

    • Hallo liebe Sandra,
      ja, das kann ich in schönen bunten Bildern vorstellen, wie es bei euch zugeht. Zudem bist du aber bestimmt auch noch so, dass du es gerne schön und sauber und ordentlich haben möchtest und am liebsten jeden Tag noch ein 3 Gänge Menü für deine Männer auf den Tisch zaubern würdest. Aber irgendwo beißt sich die Katze dann immer in Schwanz. Was zuviel ist, ist zuviel. Ich hoffe, mit einer Reinigungskraft entspannt sich die Lage bei euch. Mir graust davor, wenn mein Mann zum Arbeiten aufhören wird, und das ist mit Sicherheit eher als ich.
      Ich denke, wir nehmen uns mal ne gemeinsame Me-Time, du und ich.
      Ganz liebe Grüße zu Dir
      Sigi

  4. I’m Studium habe ich mich ganz viel vor ganz vielen Jahren damit beschäftigt. Sehr komplex, musste ich feststellen, weil Frauen auch nicht immer nur die „armen Opfer“ sind, sag ich mal provokant.

    Liebe Grüße Sabina

    • Ja, da hast du recht liebe Sabina, und das provokant gefällt mir. Da werde ich für meinen nächsten Beitrag mal noch ein bisschen graben. Danke für die Inspo.
      Herzliche Grüße
      Sigrid

  5. Liebe Sigi,
    Du hast natürlich vollkommen recht. Diese Themen betreffen nicht nur die jungen Mütter. Wobei diese das alles von ihren Müttern vorgelebt bekamen.
    Nur frage ich mich: warum machen die Frauen das alles ? Klar, wenn der Mann sich 20 Jahre lang daran gewöhnt hat, ist natürlich seine Lust, dies zu ändern, gering. Aber soll man deswegen im selben Trott weitermachen mit viel Frust und Erschöpfung?
    Also, klare Ansagen machen und einfordern. Es ist nie zu spät!
    Liebe Grüße
    Erika

    • Liebe Erika,
      gut geschrieben und ich bin ganz bei Dir: „Es ist nie zu spät.“
      Herzliche Grüße
      Sigi

  6. Ich würde ähnlich wie Sabina denken (bei dem Provokanten).
    Es interessiert mich, welche Meinung du dazu vertrittst, darum bin ich gespannt auf deine Beiträge.
    Meine Meinung? Wahrscheinlich sehr unorthodox und es würde hier auch den Rahmen sprengen denke ich.
    Generell sind mir manche Themen oft zu omnipräsent. Bitte richtig verstehen, liebe Sigi: Ich finde es sehr wichtig und richtig, dass wir Dinge ansprechen und öffentlich machen, darüber schreiben und diskutieren. Aber gerade bei Social media ist das immer so eine Hype-Zeit, danach verschwinden diese Themen und machen anderen Platz. Und oft gibt es nur die eine, ‚richtige‘ Richtung.
    Weißt du, wie ich es meine?
    Liebe Grüße
    Nicole

    • Ich weiß, wie du es meinst liebe Nicole. Gerade auch deshalb möchte ich darüber schreiben, weil mir zu einseitig über diese Themen geschrieben wird. Und das mit der Hype-Zeit ist auch ein guter Ansatz, über den ich auch noch mal nachdenken werde.
      Liebe Grüße zu dir
      Sigi

  7. Liebe Sigrid, ich bin ganz bei Dir und auch bei Nicole – das Thema ist total wichtig. Aber ich tendiere zu Deinem ersten Impuls. Jetzt reichts! 🙂 Denn ganz ehrlich, das Thema/die Themen werden in der Masse von den falschen besprochen. Die Betroffenen haben nämlich gar keine Zeit und die nicht Betroffenen keine Ahnung.
    Ähnliche wie Kinderlose, die provokant darüber sprechen, dass Frauen zum armen Opfer gemacht werden. Ich wusste auch besser über Kindererziehung Bescheid, als ich noch keine Kinder hatte.
    Ich hoffe, das kommt jetzt nicht falsch rüber – in jedem Fall, müssten mehr Menschen wie Du über solche Dinge sprechen und mehr Betroffene müssten durch nicht Betroffenen eine Bühne bekommen – aber keine auf Social Media und erst recht nicht auf Instagram.
    Und wir brauchen weniger Leute, die es besser wissen – wir brauchen Lösungen.
    Bin gespannt auf Deinen nächsten Beitrag und wünsche Dir noch einen schönen restlichen Sonntag, herzlich Conny

    • Freue mich sehr über deinen Kommentar liebe Conny und werde auch deine Meinung mit in meinen nächsten Beitrag „Mental Load“ einfließen lassen, der nicht morgen erscheint, sondern erst nächste Woche, da mir etwas dazwischen gekommen ist, das gibt’s dann morgen zu lesen. Ja, und ich gebe dir so recht, wir brauchen Lösungen und müssen nicht alles nur breit reden.
      Schönen Sonntag noch und guten Wochenstart morgen.
      Liebe Grüße
      Sigrid

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